Landesfeuerwehrschule Homburg
| Projektdaten |
| Standort Am Zunderbaum, Homburg |
| Auslober Landesverwaltungsamt Saarland |
| Wettbewerb Verhandlungsverfahren mit Teilnehmerwettbewerb |
| Zeitraum der Bearbeitung Mai - September 2025 |
| Wettbewerbsteam Mathias Lengfeld, Fabian P. Dahinten, Alexander Heinigk, Christian Menzel-Hoffmann, Xian Zhu, Alexander Henze, Mara Gombert |
Ein Lernort für Theorie und Praxis unter einem Dach
Der Entwurf für die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Homburg / Saar versteht sich als Identitäts- und Begegnungsraum, der nach Innen die Gemeinschaft der Schule stärkt und nach Außen die Feuerwehr als Institution sichtbar macht. Das Gebäude bündelt das gesamte Raumprogramm in einem kompakten skulpturalen Gebäude mit zwei klar gegliederten Strängen: Theorie und Praxis.
Der Theoriestrang mit hellblauer Keramikfassade ist zweigeschossig mit Schulungsräumen, Büros, Gästezimmern und dem Feuerwehrzentrum, während der mit Stampflehmwänden eingefasste Praxisstrang eingeschossige Hallen für Fahrzeughallen, Jugendfeuerwehr, Technik und das Katastrophenschutzlager umfasst.


Im Herzen des Gebäudes liegt die Mittelzone, der „Canyon“, eine offene didaktische Zone. Sie dient als Gemeinschaftsraum mit Bibliothek, Foyer, Aufenthalts- und Pausenbereichen sowie Flächen für Ausstellungen zum Anfassen. Sie ist aber auch flexibel nutzbar für gemeinsame Veranstaltungen und stärkt so die Identität der Schule. Gleichzeitig wird hier die Verbindung von Theorie und Praxis räumlich erlebbar – Lernende gehen vom Klassenzimmer durch die Mitte direkt in die Fahrzeughallen. Akustisch trennt der „Canyon“ die Hallen vom Schultrakt, eröffnet gleichzeitig Sichtbezüge und fungiert als flexibler Bewegungs- und Kommunikationsraum.
Das Gebäude passt sich insgesamt dem Geländeverlauf an und staffelt sich von Norden mit der fallenden Topografie ab. Im Theoriestrang und dem Canyon entstehen so vier versetzte Ebenen zur Zonierung der Nutzungen, während der Praxisbaukörper auf einer Ebene bleibt und eine ebenerdige Ausfahrt der Fahrzeughallen ermöglicht.


Trotz direkter und kurzer Verbindungen zwischen Schulungsräumen, Werkstätten und Übungsflächen bleiben die Fahrzeughallen und Werkstätten klar von Besucher- und Schulungsbereichen getrennt – für einen geordneten und sicheren Betrieb.
Das Tragwerk wurde unter den Gesichtspunkten Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Wiederverwendbarkeit entwickelt. Das Schulgebäude soll in Holzbauweise realisiert werden. Steckverbindungen machen die Konstruktion lösbar. Die Feuerwehrhallen sind als Holz-Hybrid-Konstruktionen mit weitgespannten Brettschichtholzbindern Stahlbetonstützen und Lehmwänden konzipiert. Durch die Porenstruktur wirken die Lehmwände schalldämpfend, reduzieren Nachhall und schaffen einen wirkungsvollen Puffer zwischen den beiden Nutzungen. Die atmungsaktiven Eigenschaften von Lehm sorgen für eine angenehme Behaglichkeit. Die Halle erhält zum Übungsgelände hin eine modulare Metallfassade mit Toren, die den robusten Anforderungen einer Feuerwehrhalle gerecht wird und zugleich flexible Umbauten bei funktionalen Anpassungen ermöglicht.



Das Energiekonzept strebt eine Balance aus technischer Notwendigkeit und sparsamer Ressourcennutzung an, mit dem Ziel, ein KfW40-Gebäude zu erreichen. Das Gebäude soll zentral über reversible Sole-Wasser-Wärmepumpen versorgt werden, die mit thermisch aktivierten Bodenbelägen, Fundamentsystemen und einer Solplattenaktivierung gekoppelt sind. Die Lüftung versorgt alle Flächen, kann durch adiabate Kühlung oder die Wärmepumpe kühlen und erlaubt eine sommerliche Regenration von Solplatten und Fundamenten. Da die natürliche Konditionierung durch den Canyon möglich ist, muss die Lüftung nicht auf Maximallast ausgelegt werden. Eine umfassende PV-Integration sorgt für eine hocheffiziente Betriebsweise.
